Sonntag, 14. September 2014

Mendi - first days



12.09.2014, 6:30 Uhr Port Moresby Flughafen (22:30 Uhr daheim)

The adventure begins – ich sitze hier am Flughafen von Port Moresby und habe noch zwei Stunden Zeit, bevor mein Flug geht. 1,5 bis boarding.
PNG ist auf den ersten Blick ganz interessant, die Temperaturen in Port Moresby würden mir ganz gut gefallen, in den Highlands ist es wohl etwas kälter. ;-) ich lächle immer noch darüber, wie ich ausgerechnet dort gelandet bin.
Gestern habe ich am Flughafen gleich noch Leute kennengelernt, die ebenfalls in Mendi sind – Helicopterpiloten. Telefonnummern sind ausgetauscht und wir werden uns sicher einmal treffen! Ebenso habe ich eine junge Fotografin kennengelernt, die mir den Rat gegeben hat, niemals irgendwo alleine hinzugehen, sowie: „make friends with many locals“. à I shall do my best.

Obwohl es in Deutschland mitten am Tag ist, habe ich heute Nacht ziemlich ordentlich geschlafen, wenn ich auch immer wieder aufgewacht bin. Hoffen wir mal, dass sich das Jetlag-Problem in Grenzen hält! ;-)

13.09.2014, 20:30 Uhr Mendi, DPC

Zwischenzeitlich bin ich hier angekommen, wurde sehr nett am Flughafen empfangen: mein Empfangskommitee bestand aus zwei schweizer Schwestern (die schon seit knapp 40 Jahren hier sind) und zwei Brüdern (einer aus Amerika, beim anderen weiß ich das nicht sicher, vermute aber, dass er auch Amerikaner ist). Der letzte Flug von Port Moresby (Hauptstadt von PNG) nach Mendi (à auf der Karte nachschauen, in den „Southern Highlands“) war in einer kleinen Propellermaschine (37 Sitzplätze), die aber immerhin eine Stewardess hatte und einen vermutlich australischen Piloten (der in meinen Augen alle Kriterien erfüllte, um in irgendwelchen Outodoor-Wildwest-Filmen mitzuspielen ;-) – was mich sehr beruhigte!). Dieser Flug war entgegen all meiner Befürchtungen wirklich total angenehm, völlig ruhig und höchst unspektakulär. Spektakulär war einzig, dass der Landeanflug mitten im Gebirge natürlich nur im Tal erfolgen kann und links und rechts Berge neben einem auftauchen.
Auf solch einem „Weltflughafen“ wie Mendi wusste ich natürlich zunächst gar nicht, ob ich mein Gepäck direkt aus dem Flugzeug holen sollte, oder ob das „irgendwohin“ gebracht werden würde (die nächste Frage wäre gewesen, wo „irgendwo“ ist…), aber ein wenig warten und zuschauen hat geholfen: das Gepäck wurde mit einem Gepäckwagen ca. 20 Meter (!) weit zum Flughafengebäude geflogen. Mit an Bord war ein Sarg mit einer Leiche – das habe ich aber erst nach dem Aussteigen erfahren. Die Geschichte zum Verstorbenen habe ich dann auch gleich dazugeliefert bekommen: er hatte wohl einen Herzinfarkt und war dann mit dem Helikopter ausgeflogen worden (Flüge nach Port Moresby gibt es nämlich nur zweimal in der Woche), starb dann aber dennoch dort im Krankenhaus und wurde nun zurücktransportiert, weil der Brauch es will, dass er in heimatlicher Erde bestattet wird. Für diesen Rückflug wird von der ganzen Großfamilie Geld zusammengesammelt.

Angekommen wurde mir dann einiges gezeigt, ich wurde bei den schweizer Schwestern zum Kaffee und Mittagessen eingeladen und Bishop Donald kam dann auch hinzu um mich zu begrüßen. Er erklärte mir, dass ich die nächsten Tage nutzen solle, um anzukommen und zu sehen, wie das Leben hier so abläuft.
Untergebracht bin ich etwas außerhalb (ca. 15 Minuten zu Fuß) der Missionsstation (obwohl zunächst angedacht war, dass ich dort untergebracht werde) in einem eigenen kleinen Appartment. Zunächst war ich darüber etwas verwundert, weiß nun aber warum: ich wohne hier im „DPC“ (Diocesean Pastoral Center), wo Kurse und Weiterbildungen für diverse Gruppen angeboten werden – und im anderen Appartment im Haus wohnt eine indische Schwester, die darum gebeten hat, dass ich zu ihr ziehe, damit sie nicht als einzige Frau hier wohnt (ihre Mitschwester musste im vergangenen Monat nach Indien zurückkehren, weil sie irgendwelche Knieprobleme hatte, die hier nicht behandelt werden können; eine weitere Mitschwester ist angefordert, kämpft aber noch mit Arbeits- und Aufenthaltsgenehmigung…). Und so habe ich nun fast eine WG hier, denn wir kochen zusammen (d.h., bislang hat sie gekocht ;-)  ) und sie hat mich eingeladen, ihre Gebetszeiten mit ihr zu beten.
Nachdem ich zunächst kurz enttäuscht war, dass ich nicht bei den schweizer Schwestern oder den „staff houses“ unten in der Missionsstation bin, bin ich nun ganz froh, denn ich glaube, ich lerne mit der indischen Schwester sehr viel schneller Tok Pisin (darüber ein anderes Mal mehr) und nutze auch mein Englisch viel mehr, als wenn ich deutsch sprechen würde – und ich freue mich, dass ich allein durch meine Anwesenheit schon etwas helfen kann ;-) .

Heute Morgen war ich hier in der Messe auf Tok Pisin; der Priester wurde mir schon am Vortag vorgestellt – und er wiederum hat mich dann nach dem Gottesdienst auch gleich allen Anwesenden vorgestellt (das habe ich gerade so verstanden und auch, dass ich noch kein Tok Pisin spreche – weshalb sie NOCH über mich sagen können, was sie wollen, weil ich es nicht verstehe ;-) ) – UND er hat den Anwesenden gesagt, dass ich „zu ihnen gehöre“ – das ist hier eine wichtige Sache – man „kennt“ sich dann – und es gibt keinen Grund, sich zu bekämpfen.

Gestern und heute war ich mit wechselnden Schwestern unterwegs im „Städtchen“, heute z.B. auf dem Markt – ich werde „weiße Frau“ genannt und gewöhne mich daran, dass ich ein „Hingucker“ bin :-). Dadurch, dass ich mit den Schwestern unterwegs bin, wird gleich klar, dass ich „dazugehöre“ (– und das spricht sich schnell rum!), so dass ich bestimmt bald nicht mehr „die Fremde“ bin.

Mendi ist in manchen Dingen wie andere Entwicklungsländer, die ich schon kenne, in manchen Dingen aber auch nicht. Der Besuch auf dem Markt zum Beispiel hat mich eher abgeschreckt, was ich eigentlich nicht erwartet hatte, da mich die Märkte z.B. in Laos sehr fasziniert haben. Hier kann man auf dem Markt zwar auch alles kaufen, aber auf dem Platz, wo er stattfindet, ist nur festgetrampelter Boden, der total durchweicht, wenn es regnet (und da es hier i.d.R. täglich regnet, ist er Erzählungen nach so gut wie immer richtig matschig – der Tipp, dass ich dafür Gummistiefel anziehen soll, kam also nicht von ungefähr ;-) ). Dazu kommt, dass aller anfallender Müll einfach auf den Boden geworfen wird (also z.B. Maisschalen etc.) und dort auch verrottet – und schließlich ist die Betelnuss (heißt die so auf deutsch? -> Diese Nuss, die man kaut und dann einen total roten Mund, rote Zähne etc. davon bekommt) hier sehr verbreitet (…macht natürlich abhängig), was bedeutet, dass die Konsumenten ihre „ausgekaute“ Betelnuss auch einfach dort (bzw. dort, wo sie gerade stehen) auf den Boden spucken.
Wie gesagt: „lecker“ (und eigentlich bin ich da ja nicht allzu empfindlich – aber das ist wirklich nicht hygienisch!)…! Dort werde ich wohl nicht allzu häufig anzutreffen sein!

So, ein Punkt noch für heute Abend (liebe Leser, entschuldigt bitte, ich weiß, das ist jetzt immer viel Text auf einmal, aber ich habe dort, wo ich wohne kein Internet, so dass ich offline vortippe und dann alles auf einmal online stelle, wenn ich mit meinem Laptop in der Missionsstation bin): einer der Tipps, was ich unbedingt mitbringen soll, war eine Taschenlampe. Ich weiß nun bereits, warum. Die Stromversorgung ist nicht sehr stabil, und es ist ganz normal, dass der Strom plötzlich für eine Weile einfach weg ist. Die Leute hier sind ja ganz schlau und haben dafür eine Lampe angebracht, die immer aufgeladen wird, wenn der Strom da ist und dann anspringt, wenn die Stromversorgung unterbrochen ist, so dass wenigstens etwas Licht da ist und man nicht von jetzt auf gleich im Dunklen steht.
Gerade kam der Strom zurück und das nehme ich zum Anlass, mich für heute zu verabschieden.
Gude!
(Ein Vorgeschmack auf Tok Pisin… - Tipp: laut Vorlesen und verschiedene Betonungen probieren…! – Und…? Was heißt’s? )


15.09.2014; 10:49 Uhr – Mendi ;-) (das werde ich jetzt weglassen, denn die nächsten Posts werden wohl von hier kommen ;-)  )

BIG NEWS: Mein Laptop ist im WLAN hier!!! (Zumindest solange ich unten in der Missionsstation bin …- und es ist auch wirklich sehr langsam – aber immerhin…! – also: keine großen Fotos etc., denn es dauert lange genug, ganz normalen Text hoch-, bzw. herunterzuladen!)

Kommentare:

  1. Soeben in die kath. Bloggerliste eingebaut.
    HERZLICH WILLKOMMEN!

    www.bloggerliste.blogspot.de

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  2. Schöne Grüße! Da sind wir ja alle wieder gut gelandet! ;-)

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