Montag, 19. Januar 2015

Bek gen!


Moning, olgeta! 
(19.01.2015)

Ich bin zurück – in PNG und zurück auch in Mendi!
Im Gegensatz zur letzten Hin- und Rückreise war diese Hinreise wirklich eher anstrengend. Der Flug von Frankfurt nach Singapur war VOLL – ich hatte einen Fensterplatz und neben mir saßen zwei Leute. Irgendetwas hatte mit dem „nut-free-meal“ nicht funktioniert und so wurde mir zunächst berichtet, dass keines für mich da sei und dass ich mir dafür aus den anderen drei Gerichten eines heraussuchen dürfte… - ist ja ganz nett, aber woher soll ich denn wissen, in welchem vielleicht mit Erdnuss-Öl gekocht wurde?!?!?!?? (Ach so, zur Erklärung: ich bin hochgradig allergisch gegen Erdnüsse – und alle Erdnussprodukte) Die Flugbegleiter waren aber alle SEHR nett und äußerst besorgt (aber ich war doch eher etwas panisch – das habe ich aber natürlich nicht gezeigt: die Aussicht, bei einer allergischen Reaktion auf Erdnüsse einfach im Flugzeug gefangen zu sein, hat mich nicht unbedingt beruhigt, auch, wenn ich natürlich IMMER einen Adrenalin-Pen und Cortison und diverse andere Dinge dabei habe). Nun ja, nach einer Weile kam die Stewardess dann nochmals und meinte, sie hätte jetzt DOCH noch ein nussfreies Essen, es sei nur irgendwie nicht mit meinem Namen verknüpft worden (außer mir waren wohl noch zwei weitere nussfrei-Esser an Bord). Puh! Alles gut! Naja, fast – ich verstehe ja einfach überhaupt nicht, warum die meisten Airlines, die ich kenne, Erdnüsse als Snack zu Beginn jeder Reise servieren (früher hat Singapore Airlines darauf verzichtet, wenn Erdnuss-Allergiker an Bord waren….!). Da ich das aber weiß, gehe ich halt auf jede Flugreise hoch“gedopt“ mit diversen Antiallergica und „freue“ mich riesig, wenn alle um mich herum ihren Snack bekommen (und ich natürlich keinen!). Trotz der Enge habe ich ein wenig dösen können und war gar nicht soooo sehr erschöpft, als ich in Singapur ankam. Dort wollte ich schauen, ob ich möglicherweise eine Kamera günstiger als in Deutschland kaufen kann, wurde aber nicht fündig. Dafür habe ich Reisebegleitung „gefunden“ – naja, die beiden Damen haben eher mich gefunden… - eine Dame – vielleicht Ende 40 (?) war auf dem Weg zu ihrer Tochter nach Wellington (Neuseeland) und eine andere Dame (bestimmt 80 ???) auf dem Weg zu ihrem Bruder nach Brisbane (Australien). Die ältere Dame sprach leider kein Englisch, hatte aber Hilfe beim Umsteigen angefordert (und die sprachen alle nur Englisch), die jüngere Dame sprach leidlich Englisch, aber auch nicht genug, um „größere“ Probleme zu lösen. Das erste „größere“ Problem war die moderne Technik: die kostenfreien Internetterminals am Flughafen Singapur… - na, da konnte ich helfen – und wurde gleich von beiden „adoptiert“…. – wir waren nämlich alle auf denselben Flug nach Brisbane gebucht. Die jüngere Dame war ganz aufgeregt, weil ihr jemand am Flughafen Frankfurt erzählt hatte, dass sie ihr Gepäck in Brisbane abholen müsse, durch den Zoll, und dann gleich wieder aufgeben (weiteres größeres Problem). Das erschien mir völlig absurd, denn das muss man ja nur machen, wenn man dann auch im gleichen Land (also Australien) bleibt – mein Gepäck war ja schließlich auch bis Port Moresby (PNG) durchgebucht. Als ich ihren Gepäck-Aufkleber checkte, stand da eindeutig Wellington drauf. Sie wollte sich aber nicht von ihrer ursprünglichen Information abbringen lassen, so dass wir dann nochmals die Information am Flughafen Singapur aufsuchten. Leider saßen dort auch (für diese Fragen) nicht allzu kompetente Leute und sagten nur, sie glaubten, dass man das ganze Gepäck in Brisbane abholen und dann wieder aufgeben müsste…. – UND: sie meinten, das müsse ich auch machen… - mein Einwand, dass ich das drei Monate vorher problemlos NICHT gemacht habe, hinterließ keinen Eindruck. Wie auch immer, die jüngere Dame ließ sich nicht davon abbringen und wollte das dann in Brisbane unbedingt machen (sie hatte nur 1,5 Stunden zum Umsteigen) – und ich erklärte mich deshalb bereit, mich in Brisbane um die ältere Dame zu kümmern, damit sie ihre Immigration-Card und die Zollerklärung etc. ausgefüllt bekommt und damit jemand denjenigen, die sie dort (als Flughafenbegleitung) zugeteilt bekam, erklärt, dass sie kein Englisch spricht etc.
(kurzer Vorgriff: selbstverständlich musste ich mein Gepäck in Brisbane NICHT abholen – und mir wurde bestätigt, dass das für Wellington auch gilt – ich habe die Dame aber dort nicht mehr gesehen, sonst hätte ich sie nochmal gefragt. Meine einzige Erklärung, warum ihr das jemand in Frankfurt gesagt hat, ist, dass diese Person wohl keine Ahnung hatte, wo Wellington liegt und vermutlich davon ausgegangen ist, dass Wellington ebenfalls in Australien liegt… ).
Nun ja, der Flug Singapur-Brisbane war ansich ganz okay (auch dieser war VOLL!), außer, dass ich zum ersten Mal bei Singapore Airlines wirklich NICHT freundliche Stewardessen hatte. Das „nutfree-meal“ war diesmal problemlos meinem Namen zugeteilt, führte aber wieder dazu, dass alle anderen als –zweiten – Nachtisch noch ein Eis bekamen, ich jedoch nicht (das Eis war erdnussfrei – doch auch auf Nachfrage bekam ich das nicht, da das anscheinend nur für die „normalen“ Esser war). Auch beim Frühstück, das es dann kurz vor der Landung noch gab, habe ich bemerkt, dass man als Allergiker benachteiligt wird: ich bekam nur ein kleines Brötchen (mit Butter und Marmelade) und ein bisschen Obst; das bekamen die „normalen“ Esser auch, zusätzlich jedoch noch einen Muffin – mit Mandeln ;-).
Nun ja, ich will eigentlich gar nicht jammern, denn ich bin sehr froh, dass es diese Option überhaupt gibt, und das nussfreie Essen bei Singapore Airlines war auch wirklich jedes Mal sehr lecker, aber aufgefallen ist es mir diesmal doch (vermutlich weil mich die Stewardessen echt ein bisschen doof behandelt haben…). (- ;-) immerhin habe ich nicht ein „fruit only-meal“ bekommen, wie damals mit Lufthansa auf dem Flug nach Argentinien… - das war sicher auch erdnussfrei, aber 13 Stunden lang nur ein paar Scheibchen Obst war recht wenig und ich sehr hungrig ;-) ).
In Brisbane habe ich dann die ältere Dame in Obhut genommen und ihrer Flughafenbegleitung erklärt, dass die Dame die ganzen Zettel schon ausgefüllt hat – dann sollte sie das jedoch alles nochmals machen – auf deutschen Zetteln – die gab es dann nicht – dann sollte sie einen englischen Zettel mit einer deutschen Vorlage nehmen (die sie noch nicht hatte) und alles auf Deutsch lesen, dann aber auf dem englischen Zettel ausfüllen … - die gute Dame war leicht verwirrt (verständlicherweise) – bis dann ein (männlicher!) Mitarbeiter kam und meinte, wer denn das veranlasst hätte, das sei doch unsinnig, selbstverständlich könne sie den bereits ausgefüllten Zettel nehmen – und sie solle einfach ihm folgen, er würde sich darum kümmern! Na also, warum nicht gleich so! – und dann ging alles, die Dame kam gut durch Immigration und Zoll! – Und ich kam gut in mein Flugzeug nach Port Moresby – naja, als ich dort hineinkam, saß auf meinem Platz (Fenster, darum bitte ich immer!) ein Kind und daneben eine SEHR übergewichtige Dame und daneben noch ein Kind… - ob es okay wäre, wenn ich mich auf einen anderen Platz setzen würde (am Gang) – erst habe ich geschaut, ob ich noch einen Fensterplatz ergattere – gab es aber nicht, da auch dieser Flug VOLL war – und dann habe ich gesagt, nein, ich würde gerne auf meinem Platz sitzen, denn ich habe extra einen Fensterplatz bestellt. Also rutschte das Kind (die Dame blieb sitzen) und ich musste mich an ihr vorbeidrücken. Als ich dann auf meinem Platz saß, bemerkte ich, dass sie leider nicht nur ihren Sitz gänzlich ausfüllte, sondern meinen auch noch zu einem Drittel… - gut, dass dieser Flug nur 3 Stunden dauerte! Die Dame war dann aber ganz nett und mein (kleines) schlechtes Gewissen, dass ich auf meinem Platz bestanden hatte, verflog dann ganz schnell, als ich realisierte, dass das alles eine große Gruppe war – da hätte durchaus jemand anders auf seinen Fensterplatz verzichten können zugunsten des Kindes.

In POM angekommen ging alles gut, ich wurde zwar kurz von A nach B nach C geschickt, weil ich angegeben hatte, dass ich Lebensmittel einführe (SCHOKOLADE und Gewürze), schließlich hatte C dann aber doch keine Lust, mein ganzes Gepäck auszuräumen und ließ mich passieren! ;-)
Br. Jim hat mich abgeholt und wir haben noch schnell bei South West Air vorbeigeschaut, die hatten sich nämlich bereiterklärt, eine Tasche von mir „irgendwann“ einmal von POM nach Mendi zu transportieren (kurz bevor ich geflogen bin, habe ich nämlich noch einige Kilo Kinderkleider für das kleine Waisenhaus hier geschenkt bekommen – und das war auf dem internationalen Flügen kein Problem, da sind 30 kg das Limit, auf den nationalen Flügen sind es aber halt nur 16 kg – und es hätte sich halt nicht wirklich rentiert, viel Geld für den Transport dieser Kleider auszugeben, da hätte ich sie hier auch kaufen können). In POM war es schön warm (Küste) – so ca. 32-35 Grad ;-) – nachts bei knapp 30 Grad dachte ich mir, dass ich mich daran gewöhnen könnte (in Mendi ist’s halt doch deutlich kälter nachts…!).
Am nächsten Tag sollte mein Flug um 11:15 Uhr nach Mt. Hagen gehen (die Flüge nach Mendi waren bis übernächste Woche ausgebucht – was bei 3 Flügen in der Woche a ca. 26 Plätzen auch nicht übermäßig verwundert), ich war knapp 2 Stunden vorher da um einzuchecken, aber da war noch kein Schalter offen. Ich wunderte mich und war etwas besorgt, da für die Flüge, die SPÄTER gingen, bereits Schalter geöffnet waren. Um 9:50 Uhr wurde dann ein Schalter für Mt. Hagen geöffnet – groß stand daran die Flugnummer (es gibt nämlich 4 Flüge pro Tag nach Mt. Hagen mit Air Niugini, einer davon war bereits geflogen). Ich stellte mich also in die RICHTIGE Reihe und wartete – und wartete – und wartete. Dann realisierte ich, dass in der Nachbarreihe immer mal wieder Leute vorne an unseren Schalter abbogen (und die waren dann alle schneller als ich). Nach einer Weile realisierte ich, dass die Leute in der RICHTIGEN Schlange eigentlich die FALSCHE Schlange waren, denn die meisten wollten für einen der späteren Flüge einchecken… - also habe ich mich in die falsche Schlange eingereiht und mich nach vorne durchgebettelt (da auch hier Leute erst für einen späteren Flug einchecken wollten). Vorne ging dann GAR NICHTS. Es wurde 10:15 Uhr, es wurde 10:30 Uhr, ich stand vorne, mit mir ca. 30 Leute – und es ging NICHTS. Ich fragte, ob wir bei einem anderen Schalter einchecken können : NEIN, ich fragte, ob wir bei der Business-Class einchecken können – NEIN! (soviel zum Thema „Ausländer-Bonus“ ;-)  ) – ich fragte, ob der Flug vielleicht Verspätung hätte, bzw. auf uns warten würde – NEIN. Nun ja, nach einer Weile war ich doch leicht ungehalten (und merkte, dass ich wohl noch nicht ganz wieder in PNG angekommen war) und habe wohl auch etwas verzweifelt gewirkt, weil sich beim zweiten Mal dann doch eine sehr nette Dame meiner erbarmt hat und mich an einem anderen Schalter eingecheckt hat (vielleicht doch Ausländerbonus). Ich glaube, ich habe jetzt eine neue „Wantok“ ;-). Wie auch immer, um 10:50 Uhr war ich dann eingecheckt, bin durch die Sicherheit gehetzt – und dann passierte NICHTS… - der Flug hatte natürlich Verspätung und zwar gewaltig… - um 12:15 Uhr (also eine Stunde nach geplantem Abflug) war dann auch die Dame, die hinter mir in der Reihe am Schalter stand, am Gate und es wurde uns mitgeteilt, dass das Flugzeug jetzt dann käme. Das Flugzeug kam dann auch, wir warteten dann nochmals eine halbe Stunde und so gegen 13:15 hatten wir alle geboarded. Allerdings passierte dann wieder NICHTS… - wir standen auf dem Flugfeld und warteten – in der Zwischenzeit haben mir sowohl Br. Jim, als auch Bill, der mich in Mt. Hagen abholen wollte, geschrieben, ich solle halt melden, falls der Flug doch noch gecancelled wird (…das hat mich natürlich wahnsinnig beruhigt…;-)  )- und warteten … und dann geschah es: wir sind tatsächlich noch geflogen – mit nur 2,5 Stunden Verspätung! 50 Minuten später waren wir in Mt. Hagen – und dann begannen die spaßigen 3,5 Stunden über schlechte Straßen zurück nach Mendi.
ABER: ich bin gut hier angekommen und freue mich darüber auch sehr – und auch viele Leute hier haben sich sehr gefreut!
(der Jetlag hält sich übrigens in Grenzen)
Ich bin gespannt, was die nächsten Wochen so bringen: diese Woche wird sicherlich einiges los sein, am Samstag ist die Priesterweihe von Diakon Elias (mit dem ich letztes Mal zusammen mit dem Bischof auf Tour war) – am Freitag ist Singsing und Mumu und bereits ab Mittwoch gibt es Programm.

I’ll keep you updated (und dachte eigentlich, dass ich diesmal einen ganz kurzen Post schreibe, weil ich ja eigentlich nicht viel zu erzählen habe… nur Flug ;-)  )!
Viele Grüße und herzlichen Dank für die lieben Grüße, die mich noch erreicht haben, und die Gebete, die mich sicher hergebracht haben!

Kommentare:

  1. Nur Singsing und Mumu?
    Kein pigkill?

    :-)

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    1. Na, doch, klar, ohne Pigkill kein Mumu! :-)
      (und diesmal wurde zumindest ein Schwein gerade ge"killt", als ich vorbeigefahren bin... - und das war gar nicht ganz so schnell tot...)

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